Open Source ist kein Phänomen in der Softwareindustrie allein. Offenheit und Austausch waren schon früher gängige Arbeitsprinzipien, beispielsweise in der Wissenschaft. Ohne fruchtbare Diskussion unter Forschern, ständige Tests und Untersuchungen auf Basis offenliegender Ergebnisse, Erkenntnisse und Theorien wäre die Medizin womöglich um Jahrzehnte zurückgeblieben. Wäre die Elektroindustrie noch die gleiche, hätte Thomas Edison seine Erfindungen an ein Unternehmen verkauft statt sie zu veröffentlichen?
Das Oxford Dictionary aus dem 19.Jahrhundert kann auch als Open-Source-Unternehmung angesehen werden. Jeder Bürger konnte einen Begriff beitragen, der dann mit seiner Bedeutung im Lexikon abgedruckt wurde. Die weltberühmte Encycloepdia Britannica steht nun in vollem Umfang kostenlos im Internet zur Verfügung. Das Projekt Gutenberg beherbergt ältere Literatur - hauptsächlich aus den Bereichen Lyrik, Epik und Dramatik -, deren Urheberrecht abgelaufen ist.
Direkte Parallelen zur freien Software im Sinne von Richard Stallman weist die Initiative Free Music Philosophy [55] auf, die Vervielfältigung, Weiterverbreitung und Modifikation von Musikstücken für den persönlichen, nicht-kommerziellen Bedarf ausdrücklich erlaubt.